• Der Terror der Angst im Schosse der Oase


    Wenn man zu den wenigen Privilegierten dieser Erde gehört, die mit der Familie Ferien am Meer verbringen können, dann lauert da ein grundsätzliches Unbehagen gegenüber der trügerischen Idylle, der ungetrübten Oase. Dankbarkeit und Genuss mischen sich mit Verdacht und geistigem Ringen.

    Was verdient wohl die gute Frau, die meine Tücher täglich vom Boden aufliest? Was für ein Leben ist demjenigen vergönnt, der mir den Kaffee serviert? Habe ich das Recht, bedient zu werden?

    Heute Morgen brach der Terror der Angst ins Herz der friedlichen Musse. Mein Blick fiel auf meinen 2-Jährigen Sohn, der meine Pillen zur Blutdrucksenkung in den Händen hielt.

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  • Suchst du noch oder stirbst du schon?


    In unseren materialistischen Gefilden scheint eine seltsame Überzeugung um sich zu greifen. Die Überzeugung, dass die Zufriedenheit unserer Seele anhängig ist von Materialien, Menschen oder Errungenschaften, die wir uns aneignen können. Es ist eine absurde Rastlosigkeit, welcher wir uns oftmals hingeben ohne zu hinterfragen. Die Luft ist geschwängert mit der Begierde zu besitzen, anzuschaffen und zu erreichen. Diejenigen, welche sich dieser Atmosphäre entziehen möchten, diese nicht fraglos hinnehmen, warden oftmals als besserwisserische Idealisten aus der pragmatischen Bürgerlichkeit ausgeschlossen. (mehr …)

  • Vom Abenteuer der Beobachtung menschlichen Verhaltens (UB Basel, Cafeteria)


    Eine meiner liebsten Beschäftigungen ist es, bei einer Tasse Kaffee, das Verhalten von Menschen zu analysieren. Die Spannung erhöht sich, wenn es Menschen sind, die einen elitären hybris-ähnlichen Duft versprühen. Wenn dann noch Narziss hinzutritt, läuft der psychodynamische Spannungsbogen dem Höhepunkt entgegen.

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  • Mein Sohn und die Baumnuss


    Während ich mit stumpfem Blick in den Bildschirm starre, klopft es an meiner nicht ganz geschlossenen Bürotür und mein Sohn kommt triumphierend hineingetorkelt. In seiner Hand: Eine Baumnuss. Behutsam und Staunend fährt er mit seinen kleinen Fingern über die raue, noch mit kleinen Erdkrümmchen besetzte Oberfläche. Fasziniert beobachtet er, wie die Erdklümpchen sich durch sein Betasten von der Schale lösen und sich anschliessend auf dem Laminatboden verteilen.
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  • Unternehmen Mitte: Ein Szenenbild


    Es ist Dienstagmorgen und ich sitze im Unternehmen Mitte in Basel. Vor mir auf dem Tisch eine Tasse Kaffee, ein etwas zu klein geratenes Gläschen Wasser mit einem kleinen silbernen Tablar darunter. Der Röstgrad der Kaffeebohnen: Nahe an der Perfektion. Ich setze mich wie gewohnt in die Säulenhalle. Während ich mich frage, was das Mitte-Klientel mir wohl heute wieder zu bieten hat an Lebensfarbe und kultureller Diversität, lasse ich meinen Blick neugierig umherschweifen.

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