• Mythopoeia oder Tolkien der Evangelist


    Am 19. September 1931/od. 1930 ereignete sich ein legendäres Gespräch zwischen J.R.R. Tolkien, C.S. Lewis und Hugo Dyson im Magdalene College, Oxford. Es ging um den Wahrheitsinhalt von Mythen und um ihr Verhältnis zum christlichen Glauben und auch zur Fortschrittsmanie der Moderne.
    Tolkien schrieb folgendes Gedicht an den damals jungen Rationalisten Lewis, der Mythen als „durch Silber gehauchte Lügen“ bezeichnete.

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  • Der Ruf der Idylle – Herr, wohin sollten wir gehen?


    Je konsequenter sich unsere Welt dem Diesseits zuwendet, je mehr sie der Materie endgültige Wirklichkeit zuspricht, desto stärker erklingt der Ruf der Idylle. Dieser Ruf ist allgegenwärtig und unausrottbar. Selbst die frühkindliche Konditionierung der menschlichen Spezies durch einen totalitären Weltstaat könnte diesen Ruf nicht ausschalten. Verdrängt werden kann er nur dann, wenn das Diesseits mit Rauschzuständen umnebelt wird und der Mensch in synthetischer Verklärung seine Existenz zu transzendieren versucht. Es ist ein hoffnungsloses Unterfangen, da der Preis dieser ständigen Verklärung (noch) zu hoch ist und die Rohheit unseres unzulänglichen Daseins sich daraufhin umso kräftiger und schmerzhafter Geltung verschafft. (mehr …)

  • Der Mythos ist die Wirklichkeit


    Ist nicht alles Sichtbare nicht mehr als ein Schatten wahrer Wirklichkeit? Unsere Seele verlangt nach Bleibendem, hier ist nur Vergängliches. Sie verlangt nach Wahrheit, hier ist Schein. Sie verlangt nach Leben, hier ist umfassendes Sterben. Sie verlangt nach Jugend, hier ist Altern. Sie verlangt nach Entfaltung, hier ist kurze Blüte. Sie verlangt nach Gelingen, hier ist Unzulänglichkeit. Sie verlangt nach Geborgenheit, hier ist Verlust. Nimmt man nun die Wirklichkeit aus der Perspektive geistleerer Rationalität einfach so zur Kenntnis, überhört man das Rufen des menschlichen Geistes. Es entsteht eine Apathie des Geistes und somit eine Abwesenheit aller tiefen und auch tragischen Leidenschaften. (mehr …)